Posts tagged ‘E-Partizipation’

Mai 18th, 2010

Die Sache mit der Glaubwürdigkeit

by nina schröter

Die Intelligenz der Masse – jeder will sie, oder zumindest tun alle so. BP sammelt über soziale Netzwerke Vorschläge, wie mit der Ölkrise umzugehen ist, Städte und Kommunen beziehen ihre Bürger in Sparpläne mit ein. Alles total 2.0, alles total hip. Blöd nur, dass die Bürger sich bei der Sache nicht ganz so ernst genommen fühlen.

Im Falle von BP ist das Misstrauen wohl auch durchaus angebracht. Die Zeit berichtet, dass der Konzern zwar munter Ideen sammelt, diese aber auch im Anschluss ebenso munter verwirft und lieber ein giftiges und nicht erprobtes Mittel nutzt – das haben schließlich keine Bürger, sondern (anscheinend) Geschäftspartner vorgeschlagen.

Aber auch Städte und Kommunen haben es nicht leicht: In Essen finden zwar einige die Idee eines Bürgerhaushalts gut, zweifeln aber daran, dass die Stadt ihre Vorschläge ernst nimmt. So tituliert der User vwexport:

Bürger-Beruhigungs-Plattform

Innovative Idee, das muss man den Stadtoberen lassen! […[ Natürlich wird jeder Vorschlag ernsthaft geprüft und bewertet – wieso auch nicht? Für die UMSETZUNG genügen dann einige Alibi-Vorschläge, denn wer will denn schon ans Eingemachte gehen, wo’s wirklich weh tut?

Ich bin gespannt, ob wirklich der politische Wille da ist, konsequent zu sparen und die Meinungen mündiger Bürger einzubeziehen. […[ Ich persönlich bin pessimistisch..

Wenn Habbel also eine Reformoffensive der Kommunen fordert, in der die Bürger stärker miteinbezogen werden sollen, ist vielleicht BP nicht das beste Beispiel, das man wählen sollte. Denn an der Glaubwürdigkeit mangelt es den 2.0-Initiativen sowieso (bisher).

Mai 12th, 2010

Undemokratische Beteiligung

by nina schröter

Netter Ansatz: Auf der EDEM10 haben sich einige vermutlich kluge Köpfe Gedanken darüber gemacht, wie Partizipationstools möglichst undemokratisch gestaltet werden können. Nicht, weil sie eine digitale Diktatur aufbauen wollen, das Ganze war eher eine Art Bestandsaufnahme: Was lief in vergangenen Projekten falsch, welche Fehler wurden gemacht, woraus sollten wir lernen?

Eine Liste mit den Ergebnissen des Brainstormings findet man hier, mit der Aufforderung sie durch Kommentare zu ergänzen.

Ein zentraler Punkt: Partizipationsmöglichkeiten sollten möglichst für viele Leute ansprechend sein, d.h. die Themen sollten sich an den Interessen der Masse orientieren.
Klingt super. Wann fangen also Herr Rösler und Frau Schröder mit eKonsultationen a la de Maizière an? Das Thema Netzpolitik selber zieht ja doch immer nur die gleichen Köpfe an…